Was ist eigentlich BDSM? Ein Blick in die Welt dieser Sexualität

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Jetzt mal Vorurteile beiseite: Es geht nicht nur um Fesseln, Lack und Leder, wenn wir von BDSM sprechen! Aber worum geht es bei BDSM eigentlich wirklich? Wir finden, dass jeder seine einzigartige Sexualität in allen Facetten ausleben sollte und werfen daher einen Blick in die Welt der BDSM Erotik. Was BDSM bedeutet, was hinter den Buchstaben steckt und was man als Anfänger: in beachten sollte, schauen wir uns hier an.

Was bedeutet BDSM eigentlich?

BDSM ist die Abkürzung für „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“. Dabei haben einige der Praktiken vielschichtige und teilweise überschneidende Bedeutungen innerhalb der BDSM Szene. Die Überschneidung ist auch der Grund, warum BDSM aus 4 Buchstaben besteht, aber dahinter 6 Begriffe stehen.

Generell kann man sagen, dass BDSM ein Sammelbegriff für verschiedene sexuelle Spielarten oder Praktiken ist, bei denen es sehr stark auf einen aktiven und einen passiven Part ankommt. Ganz wichtig: In der BDSM Szene ist die oberste Priorität der Konsens für jeden der involviert ist und für alles was passiert. Dabei setzt die BDSM – Erotik eine tiefe Verbundenheit und aufgeklärte Beziehung zwischen den Beteiligten voraus, was zeigt, dass viel mehr dahintersteckt, als nur die Ausübung bloßer „körperlicher Macht“ oder das Hinzufügen von Schmerzen. Zudem können alle BDSM Spielarten der Steigerung der sexuellen Lust und Erregung dienen, müssen es aber nicht.

Was ist der Unterschied von BDSM zu Fetisch und Kink?

Zum besseren Verständnis kann man sagen, dass BDSM und Fetischismus (sexuelle Fetischismus: zu dessen Ausübung kein: e Partner: in nötig ist) zwei verschiedene Richtungen einer „gemeinsamen“ Welt sind und von sogenannten „Kinks“ zusammengehalten werden. Als „Kinks“ werden allgemeine Vorliebe für bestimmte Praktiken (physischer oder psychischer Natur) bezeichnet. Spiele mit Urin“ können beispielsweise ein Fetisch an sich sein oder im Rahmen von BDSM als Kink eingesetzt werden.

Aber bevor wir dort weiter einsteigen, schauen wir uns erst einmal an, was die Buchstaben hinter „BDSM“ eigentlich bedeuten.

Bondage & Discipline

Das B in BDSM: Bondage

Bei dem Teilbereich Bondage“, geht es zum Beispiel um alles, was mit Praktiken der Fesselung zu tun hat. Von Seilen über Fesseln zu Handschellen und Ledermanschetten. Es geht darum, den anderen oder sich selber „immobil“ zu machen, um eine besondere sexuelle Lust zu erfahren. Neben Fesseltechniken, wie zum Beispiel „Shibari“, können auch sogenannte Bondage-Möbeln wie Pranger oder Vakuumbetten zum Einsatz kommen.

D wie Discipline

Discipline bedeutet im BDSM die Neigung, bei der durch Züchtigung oder Disziplinierung eines Partners ein gegenseitiger Lustgewinn entsteht. Der Einsatz von Toys, Peitschen, Rohrstöcken oder auch der bloßen Hand sind dabei vorgesehen. Aber auch andere Arten der „Bestrafung“, wie zum Beispiel das Aufstellen von Regeln, fallen in den Bereich Discipline.

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Dominanz und Submission

Hierbei geht es um die bewusste und einvernehmliche Schaffung ungleicher Machtverhältnisse im Spiel zweier oder mehrerer Partner:innen. Ein Machtgefälle kann dabei zum Beispiel als Basis der gesamten Beziehung bestehen, oder nur für die Dauer der Session.

Dominanz und Submission betont vor allem die psychischen Aspekte eines Machtverhältnisses spielt sich im Gegensatz zu Sadismus oder Masochismus komplett im Kopf ab.  Aus diesem Grund werden zum Beispiel eher Symbole, wie Halsbänder verwendet und untermauern das jeweilige Machtverhältnis. Trotzdem können natürlich physische Aspekte, wie zum Beispiel körperliche Strafe, ein Teil von Dominanz und Submission werden.

Wie am Anfang erwähnt, geht es bei BDSM Praktiken sehr stark um aktive oder passive Parts, die auch Dom oder Top bzw. Sub oder Bottom genannt werden. Der dominante Part bestimmt dabei das Spielgeschehen gegenüber seiner submissiven Partnerperson. Typische Dominanz und Submissions Praktiken sind zum Beispiel Unterwerfungs- und Erziehungsspiele, Petplay, sexuelle Zurückweisung, Versklavung. Neben Dom/ Top oder Sub/Bottom, gibt es natürlich auch Sonderformen, die zu verschiedenen Zeiten oder mit verschiedenen Menschen beide Rollen einnehmen können.

Sadismus und Masochismus: Kurz S und M

Der bekannteste Teil des BDSM: “Sadomaso” setzt sich aus den Begriffen Sadismus und Masochismus zusammen, kurz S&M. In der öffentlichen Wahrnehmung wird BDSM gesamt meist auch nur mit „Sadomaso“ gleichgesetzt.

Bei Sadomasochismus handelt es sich um eine „sexuelle Devianz“ bei der ein Mensch Lustgewinn durch das Empfangen oder Zufügen von Schmerzen empfindet. So wie bei Dominanz und Submission, gebracht man bei Sadomasochismus auch Schlagwerkzeuge oder Peitschen. Der Unterschied ist hier aber, dass der physische Schmerz im Vordergrund steht und nicht die psychischen Aspekte eines Machtverhältnisses. Der Schmerz wird bei Sadomasochismus mit Konsens und absolut freiwillig ausgelebt und erotisiert.

Aber was sind die beliebtesten BDSM Spielarten?

Wir haben uns das mal genauer angesehen.

Auf Platz 1 steht auf den meisten Plattformen und Foren „Spanking“. Dieser Teil wird dabei dem Sadomasochismus zugeordnet und es geht um die Erhöhung von Lust und Orgasmus durch Schläge, zum Beispiel auf den Po, Beine oder äußere Geschlechtsteile. „Shibari“, also die achtsame Fesselkunst, die unter den Bereich Bondage fällt, ist hier auf Platz 2. Diese Fesselkunst dient dabei nicht ausschließlich der Immobilisierung, sondern auch der ästhetischen Form des Körperschmucks und kann zur Vorbereitung auf weitere sadomasochistische Praktiken genutzt werden.
Auf Platz 3 ist die „Orgasmuskontrolle“ oder auch Eding genannt. Bei der Ausübung dieser Praktik hat der Dominante Part beim Sex, wie der Name schon sagt, die Kontrolle über den Orgasmus des Subparts. Die Orgasmus-Kontrolle erfolgt durch eine Art „Start-Stopp-Methode“, indem immer kurz vor dem Höhepunkt gestoppt wird und die Erregung wieder abflacht, um dann erneut zu starten. Hier ist natürlich jede Art von Orgasmus zur „Kontrolle“ gemeint, egal ob vaginal-, penil-, klitoral-, oder anal. Die Lust besteht darin, dass der Orgasmus so lange herausgezögert wird, bis der Sub förmlich explodieren „darf“.

Auch Ageplay, Petplay, Keuchhaltung oder Wax Play, stehen unter den beliebtesten BDSM Spielarten.

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Was muss man als BDSM Anfänger:in beachten?

Gerade für BDSM Anfänger:innen eignen sich Sextoys und Hilfsmittel aller Art, um herauszufinden, ob BDSM überhaupt den eigenen Geschmack trifft und wie ausgewählte Praktiken gefallen. Angefangen zum Beispiel mit einem Twinkler zum necken, bis hin zu Bondage Seilen oder Nippelklemmen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Vor allem leichte Fesselspiele oder Orgasmuskontrolle eigenen sich gut für den Einstieg.
Achtet beim Einsatz von Toys auf jeden Fall auf genügend Gleitgel, denn gerade mit Analplugs oder größeren Gegenständen, braucht ihr eine gute Menge Gleitgel, damit das Einführen reibungslos funktioniert. Solltet ihr euch auch für Latex Equipment entscheiden, können Dressing Aids oder Sprays hilfreich sein.

Wir haben nun gesehen, was BDSM bedeutet, was hinter den Buchstaben steckt und was man als Anfänger: in beachten sollte. Also entscheide du jederzeit, was dir gefällt. Egal, ob Blümchen Sex, BDSM, Latex Fetisch oder alles zusammen?!  Wir feiern mit euch und bieten vielfältige Gleitgele und stimulierende Produkte, um eure Träume und Wünsche zu erfüllen.

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