Nicht-binär – Geschlecht ist ein wundervolles Spektrum

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Love is Love und jeder verdient Liebe und ein selbstbestimmtes Leben. Deshalb möchten wir hiermit auf die Nicht-binäre Community aufmerksam machen. Wir finden, dass Menschen ihre Identität und Sexualität selbstbestimmt und frei leben sollten. Ohne dabei, egal in welche Richtung, eingeordnet werden zu müssen. Leider stoßen nicht-binäre Menschen auf sehr großes Unverständnis. Schauen wir uns also an, was nicht-binär bedeutet, wie die Lebensrealität nicht-binärer Menschen aussieht und wie wir weiter zu Toleranz beitragen können.

To start: Was bedeutet eigentlich „binäres System“?

Das (westliche) binäre Geschlechtersystem geht davon aus, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Im Sinne der Geschlechterzuweisung bedeutet binär also „zwei“: Die Zuordnung in „Mann“ und „Frau“. Wir leben also in einem normativ geprägten System, in dem nur zwei Geschlechter bei der Geburt zugewiesen werden und andere Geschlechter oder Zwischenstufen (intergeschlechtliche, nicht-binäre und andere Menschen) nicht berücksichtig sind. Dies gilt natürlich für die mit dem Geschlecht verknüpften sozialen Rollen, aber auch für die körperlichen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten von Menschen.

Was bedeutet nicht-binär (non-binary)?

Nicht-binär oder non-binary zu sein, bedeutet, sich nicht eindeutig mit den von der Gesellschaft zugeordneten Geschlechtern „Mann“ oder „Frau“, zu identifizieren. Nicht- binär ist demnach eine Sammelbezeichnung für Geschlechtsidentitäten aus dem Transgender-Spektrum. Menschen, die sich als nicht-binär bezeichnen möchten die Freiheit haben, ihre eigene Identität kennenzulernen und selbst zu bestimmen, welchem Geschlecht sie sich zuordnen, oder auch nicht.

Ganz wichtig ist dabei auch zu differenzieren, ob die Menschen intergeschlechtlich: inter* oder transgender: trans* sind.

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Der Unterschied zwischen inter* und trans*

Bei intergeschlechtlich oder inter* sprechen wir von einer „uneindeutigen“ Geschlechtsidentität, die meist bei Geburt festgestellt wird. Dabei hat ein Kind bei Geburt zum Beispiel beide Ausprägungen des Geschlechtes. Was das genau bedeutet? Folgende Merkmale des Menschen können dabei nicht „eindeutig“ zugeordnet werden, sind in gewissen Teilen vermischt oder mehr oder weniger vorhanden:

  • Chromosomen: XX =weiblich ; XY = männlich.
  • Hormone: überwiegend Östrogen und Progesteron = weiblich, überwiegend Testosteron =männlich.
  • Keimdrüsen: Eierstöcke = weiblich, Hoden = männlich.
  • Genitalien: Vulva und Vagina = weiblich, Penis = männlich.

Sehr häufig werden dann bei den Kindern geschlechtsanpassende Operationen oder Hormonbehandlungen durchgeführt, obwohl das Kind vollkommen gesund ist. Dies ist nicht nur diskriminierend, sondern kann auch im Erwachsenenalter zu Identitätsstörungen führen.

Transsexuelle Menschen kommen mit „eindeutigen“ Geschlechtern auf die Welt und können sich mit diesen aber dann in der Kindheit oder beim Erwachsenwerden nicht identifizieren.

Der wesentlichste Unterschied zwischen inter* und trans* ist also, dass trans* Menschen geschlechtsangleichende Operationen möchten und brauchen, um sich mit ihrem Geschlecht zu identifizieren, wohin gegen intergeschlechtliche Menschen geschlechtsangleichende Operationen nicht möchten, bzw. selber darüber entscheiden möchten, welchem Geschlecht sie sich zuordnen, oder eben nicht.

Welche „Zuordnungen“ gibt es unter dem Begriff „nicht-binär“?

Geschlechter sind wie ein Spektrum, eine Zuordnung ist daher sehr schwer möglich. Trotzdem kann man sich annähern, indem man versteht, dass Menschen, die sich als nicht-binär bezeichnen, sich selbst also nicht automatisch „beiden Geschlechtern“ oder „keinem Geschlecht“ zuordnen, sondern nach ihrem Befinden und inneren Wissen entscheiden WER sie sind:

  • Inter*: Identifikation mit beiden Geschlechtern oder dazwischen
  • Trans*: Identifikation mit anderem Geschlecht, abweichend von dem bei der Geburt eingetragenen
  • +: Manchmal mehr von einem, manchmal weniger oder einfach wechselnd

Wusstest du, dass es in Deutschland die Möglichkeit gibt, das Geschlecht nicht anzugeben und sich später für „männlich“ oder „weiblich“ zu entscheiden und, dass es aber ein festes drittes Geschlecht offiziell nicht gibt?

 

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Warum Sexualität nicht gleich Identität ist                                                

Geschlechteridentität und sexuelle Orientierung sind zwei getrennte Dinge, die oft verwechselt werden. Bei Identität und Geschlechtseintrag geht es nicht um Sexualität. Das ist ganz wichtig zu verstehen, denn oft wird Identität mit Sexualität verwechselt und dabei dann nicht nur die Identitätsfindung, sondern auch die selbstbestimmte Sexualität stigmatisiert. Bei trans* Menschen handelt es sich nämlich nicht unbedingt um bisexuelle Menschen, oder anders herum. Ein trans* Mensch, der zum Beispiel eine geschlechtsangleichende Operation hinter sich hat (vorher eine Frau war) und nun ein Mann ist, kann hetero-, homo- asexuell oder bisexuell sein.

Als etwas platten Merksatz, kann man dabei festhalten, dass es bei der Geschlechteridentität nicht  darum geht, „mit wem man Sex hat, sondern als wer.“

Wenn ihr mehr über sexuelle Orientierung wissen möchtet, dann schaut doch gerne mal im Blog vorbei. Wir haben interessante Beiträge zur Homosexualität und erklären auch nochmal, was Bisexualität eigentlich bedeutet.

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Stehe zu dir, egal wie!

Geschlechteridentität ist also nicht statisch, sondern dynamisch, genauso wie Sexualität oder Berufswege. Das ist sehr wichtig zu verstehen, denn nur so können wir gemeinsam das binäre System und die Denkmuster dahinter Stück für Stück ein wenig auflockern.

Denn wer in seinem Beruf innerhalb einer Branche im Laufe seines Lebens wechselt, der ist ja nicht weniger anerkannt, als jemand der immer im selben Betrieb gearbeitet hat. Die Brücke hier, hin zu Identität und Sexualität zu schlagen, fällt vielleicht nicht leicht, aber ein Versuch sollte es doch Wert sein, oder?

Also, wer sich selbst als nicht-binär oder inter* einordnen möchte, der kann dies tun und dies auch nach einiger Zeit nochmal überdenken und ändern. Wir sollten für alles offen sein, denn Geschlecht ist einfach ein Spektrum, auch wenn uns die Gesellschaft anderes lehrt.

Wir haben nun gesehen, was nicht-binär bedeutet, wie die Lebensrealität nicht-binärer Menschen aussieht und wie wir weiter zu Toleranz beitragen können. Also bleibt offen und interessiert für jede Lebensgeschichte – und das natürlich nicht nur einen Monat im Jahr. 😉

Ihr möchtet eure eigene Story über Liebe, vielfältige Lebensmodelle, euren Körper, Diversität und sexuelle Wünsche teilen? Dann schaut hier vorbei und schreibt uns 😊

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