Sex‘ Olution – Kann „Sexpositivität“ die Beziehung verbessern & den Sex revolutionieren?!

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Unser sexuelles Dasein und unsere Beziehungen werden gerade durch die Unsicherheiten der Corona Pandemie auf die Probe gestellt. Beschränkungen bei Dating und Co. und weitere Lockdowns sind eine Zerreiß Probe für Singles und Paare, also für unser soziales- und sexuelles Leben. Gerade in solchen Zeiten reflektieren wir mehr und dabei bleiben auch sexuelle Fragestellungen nicht aus! „Wo stehe ich“ „Wo stehen wir?“ Wer sich diese Fragen beantworten möchte, kann sich mit Hilfe einer „sexpositiven“ Einstellung herantasten. Denn am eigenen Mindset kann man immer arbeiten, oder? Schauen wir uns also an was es mit der „Sexpositivität“ auf sich hat und wie sich durch Sexpositivität der Sex in der Beziehung verbessern kann.

Was bedeutet Sexpositivität?

Sexpositivität ist auf der einen Seite eine Bewegung, dich sich der Gleichheit sexueller Rechte, unabhängig der Geschlechter, Beziehungskonzepte und sexuellen Vorlieben auf die Fahne geschrieben hat. Auf der anderen Seite beschreibt Sexpositivität eine innere Haltung oder Einstellung, die für sexuelle Freiheit, Toleranz und Akzeptanz steht. Sowohl Bewegung, als auch innere Haltung beschreiben grundsätzlich eine positive, bejahende, gleichwertige und selbstbestimmte Haltung gegenüber der eigenen und fremden Sexualität. Einvernehmlichkeit und sexuelle Gesundheit sind natürlich das oberste Gebot. Doch in diesem gesteckten Rahmen, gibt es sonst wenig Tabus. Die Sexpositivität erstreckt sich nämlich über alle Bereiche: Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus und sexuelle Orientierung. Von Kinky, über BDMS bis hin zu Tantra. Sexuelle Selbstbestimmung und Inklusion steht an erster Stelle.

Sexpositivität als persönliche Haltung

Das Schöne an der sexpositiven inneren Haltung ist, die sich daraus ergebende Wertschätzung für sich selbst, weil sie sich natürlich auch in einer größeren Wertschätzung und Verständnis gegenüber anderen sexuellen Lebens- und Beziehungsformen wiederspielgelt. Jeder der eine solche Haltung manifestiert, ist offener gegenüber der eigenen Sexualität, verschiedenen Beziehungsformen und hat eine höhere Toleranz für verschiedenen „Spielarten“ oder sexuelle Orientierungen. Dies alles bietet viel mehr Möglichkeiten sein „sexuelles“ Glück innerhalb einer Beziehung, oder als Single, zu finden.

 

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Eine Sexpositive Haltung bringt also sehr viele Aspekte mit sich, die die Persönlichkeit formen und weiterentwickeln. Dadurch, dass man offener wird, gegenüber des großen Spektrums der Sexualität, wird beschrieben, dass sich sexpositive Menschen auch in Beziehungen besser öffnen können und somit auch den eigentlichen Sex innerhalb der Beziehung verbessert erleben.

Was sind also die Vorteile einer Sexpositiven Einstellung für uns und unseren Beziehungen?

  • Wertschätzender, achtsamerer Umgang mit dem eigenen Körper, der eigenen sexuellen Bedürfnissen und denen anderer
  • Toleranz und Akzeptanz verschiedener Beziehungsformen und „Spielarten“
  • Offenheit und selbstbewusster Umgang mit dem Thema Sexualität
  • Stärkung des persönlichen Wachstums
  • Verantwortung für uns selbst und die sexuellen Bedürfnisse übernehmen
  • Offener Umgang mit den eigenen Wünschen und die des Partners der Partnerin in der Beziehung
  • Mehr Intimität und Spaß am Sex

Warum kann sexuelle Weiterentwicklung wichtig sein?

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Egal ob als Single oder in einer Partnerschaft, sich weiterzuentwickeln ist immer gut und notwendig. „Wo stehen wir, und wo wollen wir hin?“ Diese und andere Fragen können Singles, aber auch Paare umtreiben. Denn nicht nur die eigene Persönlichkeit will entwickelt werden, sondern auch die sexuelle. Die sexuelle Weiterentwicklung kann vor allem in Beziehung wichtig werden, wenn beide sich generell weiterentwickeln wollen. Denn gerade über den Sex in der Beziehung, lässt sich so einiges auch über die Beziehung an sich lernen. Natürlich ist aber eine sexuelle Weiterentwicklung KEIN Muss in Beziehungen. Die Sexpositivität legt auch genau das fest: „Alles kann, nichts muss“ und bietet dabei als Konzept einige Möglichkeiten, als Single oder in einer Partnerschaft, zu wachsen.

In Beziehungen, speziell in langen Beziehungen, kann eine sexpositive Haltung also genau dabei helfen:

  • Offener zu werden
  • Die eigene Lust zu erkennen und zu entfalten
  • Neue Dinge auszuprobieren
  • Sich gemeinsam zu entwickeln
  • Tiefere Befriedigung finden

Wie beginne ich mich sexuell weiterzuentwickeln?

Um sich sexuelle weiterzuentwickeln, sollte man sich zuerst ein eigenes „sexuelles Profil“ erstellen. Denn wir alle sind so individuell und so individuell ist auch unsere Sexualität. Egal, ob es um das reine Lustempfinden, den Orgasmus oder um die Einstellung beim Sex geht, wir müssen uns selber immer wieder besser kennenlernen, um uns weiterzuentwickeln. Vielleicht sehen wir dabei dann auch, dass wir doch keinen Grund haben uns weiterzuentwickeln oder, dass wir uns doch in eine andere Richtung entwickelt haben. Der Outcome eines sexuellen Profils ist in jeden Fall sehr verblüffend – denn sind wir ehrlich, wer weiß immer genau was er will und wo er hinmöchte?

Wie gehen wir es also an, uns selbst und unsere Beziehung weiterzuentwickeln? Folgende Fragen können dabei helfen, das sexuelle Profil zu erstellen. In einer Beziehung müssten, dass dann auch beide (alle) Parteien machen:

  • Was macht mich aus? Was sind meine Werte in Sachen Liebe und Beziehung?
  • Was bringe ich mit? Woran muss ich arbeiten?
  • Was gefällt mir sexuell und was würde ich gerne ausprobieren?
  • Habe ich genügend Informationen zu Beziehungsformen und „Spielarten“ vorliegen?
  • Was reizt mich? Was turnt mich an?

Warum kann Sexpositivität den Sex in der Beziehung verändern?

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Mit einem solchen „sexuellen Profil“ wissen wir nun also mehr über uns selbst und können dies auf zukünftige und aktuelle Beziehungen anwenden. Denn je offener wir unserer Sexualität gegenüber sind, desto offener kann auch der Austausch darüber in der Beziehung stattfinden. Hat man aktuell zum Beispiel weniger Lust auf Sex, oder fühlt sich von seinem /seiner Partner*in weniger angezogen, kann das auch an der inneren Einstellung liegen. Mit einer sexpositiven Einstellung können wir dem aktiv entgegenwirken und so die Intimität stärken.

Wie geht „Sexpositivität“ oder „positiver“ Sex?

Aber kann man denn nun das eigene Sexleben verbessern, indem man nur noch „positiven Sex“ hat? Ja! Denn wir haben es selber in der Hand, wie unser Sexleben aussehen soll.

Dabei können euch abschließend nochmal folgende Tipps helfen:

  • Tipp 1: Fasse alle positiven Gefühle dir, deinem/deiner Partner*in gegenüber und dem Sex zusammen
  • Tipp 2: Konfrontieren dich öfters mit deinen positiven sexuellen Erinnerungen. Denke auch vor und während des Sex‘ daran, wenn es dir hilft mehr Lust zu empfinden.
  • Tipp 3: Stelle dir selber liebevolle Erinnerungen ein oder schicke deinem/deiner Partner*in jeden Tag eine liebevolle oder „sexy“ Nachricht. Nicht nur du, sondern auch dein/deine Partner*in profitiert von kleinen Aufmerksamkeiten.
  • Tipp 4: Versuche hin – und wieder dich während des Sex‘ darauf zu konzentrieren, so viel Spaß oder Lust wie möglich zu haben.

Wir haben nun gesehen, was „Sexpositivität“ bedeutet und wie man diese Haltung in seinem Leben und seinen Beziehungen anwenden kann. Außerdem haben wir gesehen, wie sich den Sex innerhalb der Beziehung dadurch verändern kann. Es lohnt sich also mit Sexpositivität eure Beziehungen „aufzufrischen“. 😊

 

Buch-Tipp: B. Roidinger, B. Zuschnig „SEXPOSITIV. Intimität und Beziehung neu verhandelt“, Goldegg Verlag. Mehr Infos unter www.goldegg-verlag.com/titel/sexpositiv/

Anmerkung der Redaktion: Die Inhalte des Blogs inkludieren immer und ebenso gleichgeschlechtliche Beziehungen, auch wenn oft die Heterosexualität als Beispiel gezeigt wird.

 

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